Unsere Kirchen

Die Erlöserkirche am Markt

Um 800 bis 1000:
GrĂĽndung der Kirche, ursprĂĽnglich St. Vitus. An
der Westmauer (gegenĂĽber dem Gemeindehaus)
wurden geringe Reste der Urkirche gefunden.

Um 1300:
Die Kirche besteht aus dem Mittelschiff und dem
Chorraum.
Um 1400:
Erweiterung des Kirchsaales. Erhebliche Schäden
in der Soester Fehde 1447 und beim Stadtbrand
1547.
1511:
Detmold wird ständige Residenz der Herren zur
Lippe und die Erlöserkirche gleichzeitig Hof– und
Stadtkirche.
1538:
EinfĂĽhrung der lutherischen Reformation in Lippe,
in der Folgezeit erhält die Kirche ihre heutige
Form.

Ab 1558:
Guss zweier Bronceglocken. Die Feuerglocke als
älteste Glocke Detmolds ist erhalten, die zweite
Glocke wurde im 1.Weltkrieg eingeschmolzen.

1564-1592:
Der Turm mit Renaissancehelm an der SĂĽdseite
ersetzt den alten Turm im Westen, der durch den
Stadtbrand von 1547 zerstört wurde.

1605:
Mit der Feier des Abendmahls nach reformierten
Ritus in der „Stadtkirche“ wird der Wechsel zum
reformierten Bekenntnis in Lippe vollzogen.

1908:
Mit der Kirche am Kaiser-Wilhelm-Platz entsteht
eine zweite reformierte Kirche in Detmold; die
Marktkirche wird nun zuständig für die umliegenden
Dörfer („Detmold-Land“).

1947:
Neuaufteilung der reformierten Gemeinde in „Detmold-
Ost“ und „Detmold-West“; die „Marktkirche“
erhält ihren jetzigen Namen „Erlöserkirche“.

2005:
Neuguss einer zweiten, vollständig durch Spenden
finanzierten Glocke.

Der Innenraum der Kirche


In der vorreformatorischen Kirche gab es laut urkundlicher Erwähnungen 4 Altäre: der Katharinenaltar (1443), Altar der heiligen Engel (1464), Marienaltar (1488) und der Altar des heiligen Hubertus (1526). Nach der Einführung der Reformation wurden sie entfernt. Ty­pisch für re­formierte Kirchen sind schlichte Kirchräume, die ganz auf die Wortver­kündigung ausgerichtet sind.

Der Innenraum wird geprägt durch die spitzbogigen, gotischen Fenster, die in ihrer oberen Hälfte teilweise einem vierblättrigem Kleeblatt ähneln und teilweise flamboyant sind (flammenartig langgezogene Formen). Ein neugotisches Fenster über der fürstlichen Prieche (Nordseite) ist als Geschenk des letzten regierenden Fürsten Leopold IV im Jahre 1908 sicherlich das jüngste Fenster. Eine kleine Inschrift verweist auf dieses Geschenk.

5 Schlusssteine wurden nach einem Entwurf des lippischen KĂĽnstlers Karl Ehlers, Professor an der Werkkunstschule in MĂĽnster, in den Jahren 1957 gestaltet. (Glasmosaike).

Die ebenholzfarbene Kanzel stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts (Spätrenaissance). Diese fünfseitige Kanzel steht auf einer schlichten Rundsäule. Darüber hängt ein sechseckiger Schalldeckel.

Das Taufbecken (aus Sandstein), ist in der Form eines Pokals gestaltet ist. Sein Schaft weist gedrehte Kanneluren auf. Die Inschrift lautet „Anno Domini 1579“. Blattranken in Form eines Flachreliefs zieren das Becken.

Sakristei: Seit 1629 diente die „Gerkammer“ (= Ger = bereit) als landesherrliche Gruft. Nach der Errichtung des Mausoleums am Büchenberg (vor den Toren des damaligen Detmold) im Jahre 1856 wurde ein großer Teil der Särge dorthin überführt.

Im Turmraum der Kirche befinden sich zwei nennenswerte Epitaphe. Das linke an der Westseite stammt aus dem Jahr 1567/68 und ist Margarete von Schwarz, geb. von Kers­senbrok gewidmet. Auf dem rechten ist die Familie des Rit­ters Levin von Zerssen und sei­ner Gemahlin Anna von Zerssen, geb. von Werpup darge­stellt.

Die Oestreich-Orgel (Informationen siehe hier)

Glocken:
Eine bronzene Glocke aus dem Jahre 1558 (die Feuerglocke) konnte durch die beiden Weltkriege gerettet werden (Schlagton: es1). Sie gilt als älteste Bronzeglocke in Detmold. Die ursprüngliche zweite Glocke wurde leider wie viele andere zu Kriegszwecken konfisziert und eingeschmolzen.
Im Jahre 2005 goss die Glockengießerei Rincker die 1200 Kilogramm schwere Friedensglocke (Schlagton: f1), die die verlorene Glocke ersetzt. Sie wurde allein aus Spendenmitteln finanziert.

Die Friedenskirche Remmighausen

Im Jahr 1967/68 wurde die Friedenskirche in Remmighausen als moderner Gottesdienstraum vom Architekten Rainer Mumme (Lippstadt) erbaut. Es umfasst einen quadratischen Gottesdienstraum und Nebenräume, außen in Sichtbetonbauweise, innen verputzt. Durch die flexible Bestuhlung und weitere multifunktionelle Elementen eignet sich diese Kirche auch für besondere Gottesdienstformen. Eine Besonderheit ist ein echter Kamin im hinteren Teil der Kirche.

Zwei Kunstwerke von Annemone Schenk-Steidl (München) gibt es im Innern zu besichtigen. Die Wandkeramik mit dem Titel „Kreuz über Wohnelementen der Menschen“ und den Wandteppich zu der Bibelstelle 1.Mose 9,9+11-13 (Gottes Bund mit Noah)