Andacht

Zum Reformationstag:

Geschenkte Zeit – geschenktes Leben!

Liebe Leserin und lieber Leser,

in den evangelischen Gebieten wird seit je her der Reformationstag als staatlicher Feiertag begangen. Die Älteren unter uns können sich ebenfalls erinnern, dass es wenigstens noch Schulgottesdienste an diesem Tage gab, die für Unterrichtsbefreiung sorgten. Anlässlich des 500. Jubiläums hat die NRW-Landesregierung schon 2015 den Beschluss gefasst, das diesjährige Fest als einen generellen arbeitsfreien Tag zu gestalten: „Begründung: Der 31. Oktober 2017 wird als 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers (*1483 bis †1546) an die Schlosskirche zu Wittenberg begangen. Dies gilt gemeinhin als Ausgangspunkt der weltweiten Kirchenreformation.

Die Reformation beschreibt eine historische Epoche, deren vielfältige Wirkungen bis heute zu spüren sind. Aus dieser Epoche sind Grundwerte wie die Freiheit des Gewissens und der Religion oder der Anspruch einer aktiven Weltverantwortung hervorgegangen. Die Bibelübersetzung Luthers wurde nicht nur zu einem kulturellen Ereignis, sondern prägend für Sprache, Schule und Wissenschaft. Die Erkenntnisse der Reformation haben das kirchliche und gesellschaftliche Leben, die Kultur und die Politik in Deutschland und weiten Teilen von Europa, und damit auch in Nordrhein-Westfalen beeinflusst und sind nach wie vor aktuell. Das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 ist somit nicht nur für das protestantische Christentum, sondern für die Gesellschaft als Ganzes ein historischer Tag. Ein Feiertag am 31. Oktober 2017 lenkt den Blick auf die Reformation als eines der bedeutendsten Ereignisse der Neuzeit und bietet die Chance, sich mit den Lehren aus der Reformation bewusst auseinander zu setzen.“

Es ist Ausdruck eines vertrauensvollen Miteinanders zwischen Staat und Kirche, dass uns diese Zeit zum Feiern „geschenkt“ wird. Wir möchten diese geschenkte Zeit in unseren Gemeinden nutzen, um mit festlichen Veranstaltungen (in der Erlöserkirche am Markt mit einem Gottesdienst um 10 Uhr, in der Christuskirche mit einem Konzert um 19.30 Uhr) das Geschenk des Glaubens zu bedenken. Im Kern redet die reformatorische Entdeckung ja vom Geschenk des Lebens: „Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.“ So heißt es in einem Lied. Nichts und niemand auf der Welt soll diesen Weg hemmen oder den Ausgang jener letzten Prüfung in Frage stellen. Von Gott „gerichtet“ werden heißt in unserem Fall „gerettet“ sein, und dieses Ende ist gewiss. Es steht fest „wie das Amen in der Kirche“ und ist gegründet ganz und gar in Gottes geliebten Sohn , von dem es heißt: „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Korinther 3, 11). Auf diesem Felsen steht die Kirche. Und sie empfängt ihr Leben dort, wo das Wort von der Rechtfertigung des Sünders frei an alles Volk verkündet wird. Darum wollen wir die geschenkte Zeit zum Reformationstag nutzen, um das geschenkte Leben zu feiern.

Dazu lädt Sie herzlich ein Pfarrer Burkhard Krebber