Andacht

Freut euch in dem Herrn!
Philipperbrief Kapitel 3, Vers 1

Liebe Lesende!
In einem aktuellen Ratgeber für Lebensfragen wird der dringende Vorschlag gemacht: „Wähle die Freude!“. Hintergrund dieses Ratschlags ist die Beobachtung, dass die Menschen in ihren Re-Aktionen offensichtlich wählen können: „Was nehme ich zur Kenntnis? Was nehme ich wichtig? Was nehme ich mir zu Herzen? Wie verhalte ich mich dazu?“ Da haben wir einen Spielraum in der Gewichtung. Je mehr der Mensch seinen Akzent auf die positiven Dinge setzt, umso weniger Zeit und Kraft verwendet er auf das Negative. Eigentlich ein einfacher Hinweis; aber seine Umsetzung fällt schwer. Wie oft ertappe ich mich dabei, dass ich eben nicht die Freude wähle, sondern die Klage
und das Lamento. Ich kritisiere, ich hinterfrage und ich bin misstrauisch. Unterm Strich hat es die Freude gar nicht leicht, zur Geltung zu kommen. Dabei habe ich jede Menge Anlässe zur Freude. Es gibt viele Gründe, mich zu freuen, und es gibt etliche Gegenstände, an denen Freude sich entzünden kann. Ein Blick in diesen Gemeindebrief hinein zeigt ganz viele Gelegenheiten „zur Freude“. Es gibt „schöne“ Veranstaltungen, mit Musik oder auch ohne. Sie sind liebevoll vorbereitet und decken einen weiten Horizont ab. Es gibt Mitarbeiter im Hinter- und im Vordergrund,
die ihre Kraft und Phantasie einsetzen, es gibt Gäste, die zu uns kommen mit ihrem Wissen und Anliegen, es gibt einfach so viel Schönes, das wert ist, geschätzt und gemocht zu werden. Freude! Sie ist Medizin für Miesepeter. Wer in seinem Leben nur das Schwere, Dunkle und Belastende erkennt, sollte sich selber befragen:
„Warum entscheide ich mich so oft gegen die Freude? Liegt es womöglich daran, dass ich gar nicht mehr wählen
will?“ Die Antwort liegt bei jedem ganz persönlich und ist seiner eigenen Entscheidung anheim gegeben. Umso
wichtiger ist die Erinnerung: „Vergiss die Freude nicht!“ Dazu haben mich übrigens auch nachhaltig unsere Konfirmanden angeregt. Sie forderten ein: und Spaß machen. Sie wollen Freude empfinden, wenn sie zur Kirche gehen. Dieser Wunsch ist mir ein großer Ansporn, die Freude zu suchen und zu vermitteln. Dabei folge ich
dem biblischen Ratgeber Paulus von Tarsos gerne. Auch er rät zur Freude. Sein Rat ist für die junge Gemeinde in
der griechischen Stadt Philippi hoch willkommen und auch nötig gewesen. Sorgen und Ängste hatten sich
der Menschen bemächtigt; nun galt es, wieder das Fundament zu entdecken:
Die Freude an dem, was von Jesus Christus gilt. Das war und ist die Wiederentdeckung des Sinns, die ErfĂĽllung
des Lebens und die neue Nähe zu Gott selber. Dreifach hält es der Apostel seinen Lesern vor Augen:
„Freut euch in dem Herrn! Dass ich euch immer dasselbe schreibe, verdrießt mich nicht und macht euch umso gewisser. Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euch: Freuet euch! – Der Herr ist nahe!“

In der Antike wusste man: Wenn etwas wirklich gelten soll, dann muss man es dreimal sagen. So tut es der
Apostel. Das Stichwort „Freude“ findet sich vielmals im Philipperbrief. Seine Botschaft ist durchaus positiv
und fest gegründet. Sie lebt in der Gewissheit von Gottes Nähe, die unmittelbar hinter der Fassade des Alltags
wirksam ist. Manches Buch in der Ratgeberszene wäre wohl überflüssig, wenn man beherzigen würde, was die
Bibel empfiehlt. Darum lade ich gerne ein, den biblischen Empfehlungen des Philipperbriefes zu folgen. Wir
stehen am Markt momentan in einer „Predigtreihe“ über den Philipperbrief, und im Juni schließen wir dort
mit einem Gemeindeabend, siehe Seite 15, zu dieser Schrift. Lassen Sie sich einladen, um darĂĽber nachzudenken:
Wo ist Freude zu finden? Wie wirkt sie sich aus? Was hilft zur Entscheidung fĂĽr die Freude?