Ich möchte gerne glücklich sein (Dieter Perret)

Morgenandacht bei einer CiW-Tagung in Holzhausen am 12.05.2018
Ich möchte gerne glücklich sein!
Bin ich es schon, oder bin noch auf der Suche nach dem Glück?
Es klingt eine Melodie in mir, die ich in jüngeren Jahren gerne gehört und gesummt habe:
„Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück, und ich träum‘ davon in jedem Augenblick… Wenn ich wüsst‘, wo das ist, ging ich in die Welt hinein, denn ich möcht‘ einmal recht so von Herzen glücklich sein…“
Einige von uns kennen sicher diesen Song der ‚Comedian Harmonists‘.
Ja, so von Herzen glücklich sein…, wer möchte das nicht?
An guten Glückwünschen mangelt es im Alltag ja nicht. Zum Geburtstag singen wir gerne: „Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen, Gesundheit und Frohsinn sei auch mit dabei.“ Was meinen wir mit ‚Viel Glück‘?
Die Antwort von Wikipedia: ‚Glück ist die Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens‘?
2
• Ist das die gut bezahlte und verantwortungsvolle Position? Meine Firma?
• eine glückliche Familie
• ein wunderschönes Haus mit Garten und einem schicken Auto?
Wenn man das alles hat, kann man schon – so denke ich – zufrieden und glücklich sein.
• Was passiert aber mit mir, wenn ich diese gut bezahlte Stelle verliere, mein Haus verkaufen muss und dann vielleicht noch meine Ehe zerbricht?
• Was passiert, wenn eine schwere Krankheit mir den Boden unter den Füßen wegreißt?
Ist es dann hilfreich, wenn mir gläubige Menschen Bibelverse um die Ohren hauen:
„Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name es Herrn sei gelobt“. Und: Sing ein fröhliches Lied:
„Lass die Herzen immer fröhlich und mit Dank erfüllet sein…“ Das kann ganz schön weh tun!
Als ich mich persönlich mit dieser Frage nach dem Glücklichsein beschäftigte, hat mir die Jahreslosung 2014 sehr geholfen; das war vor unserem Hausverkauf und Umzug nach Detmold.
3
Es geht um Verse aus Ps. 73, wo der Psalmbeter sich bitterlich beklagt und an Gott zweifelt.
Er sagt, die Großtuer, Spötter und Gotteslästerer können ungestraft ihr Maul aufreißen. Diesen Typen geht es gut, sie häufen Macht und Wohlstand an und ihnen scheint auch sonst alles zu gelingen. Das Schlimmste ist: Die Frommen und sonst gottesfürchtigen Menschen laufen diesen Schurken auch noch nach und bewundern sie.
Und dann klagt er, „es ist ganz umsonst, dass ich mir ein reines Gewissen erwerbe.
Ich habe doch nur Nachteile.“ –
Doch dann kommt nach den vielen Klagen eine Wende in seinem Denken. Dieses „Doch dann“, oder „Dennoch bleibe ich stets an dir…“.
Doch dann kam ich in dein Heiligtum; man könnte auch sagen: er spürte dieses Kraftfeld Gottes.
Der Psalmbeter kommt dann zu dem Schluss:
„Was soll ich mir noch wünschen? Herr, ich habe doch dich! Dir nahe zu sein, das ist mein Glück!
4
Gebet:
Lieber Vater, wir kommen heute zu dir und danken dir für diese Gemeinschaft. Wie oft sehnen uns nach einer persönlichen Verbindung mit dir. Leichter fällt es uns, dich in guten Tagen zu loben und zu preisen. Wieviel schwerer ist es aber, wenn dunkle Zeiten über uns hereinbrechen, unsere Kräfte schwinden und wir keinen Ausweg mehr sehen. Sei uns dann ganz besonders nahe und gib uns Mut und Zuversicht.
Vielleicht brauchen wir auch liebe Menschen, die uns in schweren Zeiten begleiten, (wie es oft durch die partnerschaftliche Beratung des CiW geschehen ist). Wir können nicht tiefer fallen, als in deine Arme.
Du weißt immer den richtigen Weg für uns.
Das ist unser Glück! Amen.
Dieter Perret