Jonathan Burg ist erster Examinant

Erster Absolvent aus der Erlöserkirche:
Jonathan Burg besteht am 1. September 2020 seine OrgelprĂĽfung. Ein Interview:

Lieber Jonathan Burg, herzlichen GlĂĽckwunsch zur bestandenen PrĂĽfung! – Wie geht es weiter?

Ich komme gerade von meiner Unterrichtsstunde bei Herrn Pöld; wir haben uns ein neues Präludium vorgenommen und ein längeres Vorspiel für ein Lied aus dem Gesangbuch.

Also ungebremst und ohne Pause weiter auf die nächste Prüfung zu?

Nein, für die Prüfung ist es nicht; erst einmal habe ich ja Freude am Orgelspiel; darum übe ich, und für die nächsten Gottesdienste, wenn ich im Jugendgottesdienst spiele oder Herrn Pöld vertreten darf.

Wie viel ĂĽbst du, so im Durchschnitt?

Wenn die Schule es erlaubt, dann am liebsten jeden Tag. Im Blick auf „Prüfungen“ überlege ich, vielleicht lieber eine Posaunen-Chorleiter-Prüfung abzulegen.

Posaunenchor?

Ja, seit meinem fĂĽnften Lebensjahr spiele ich Posaune; seit 2013 spiele ich im CVJM-Posaunenchor. Der Bass-SchlĂĽssel in den Noten war mir viel eher vertraut als der Violin-SchlĂĽssel. Das Miteinander im Posaunenchor hat seine groĂźen Vorteile; es ist erlebte Gemeinschaft. An der Orgel bin ich ja meistens allein. Zum Ăśben haben meine Eltern mir zur Konfirmation eine Heimorgel mit Pedal gekauft.

Hast Du nicht erst Klavier gespielt, bevor du mit der Orgel begonnen hast?

Das war nicht nötig. Vor vier Jahren hat die Lippische Landeskirche das Programm „Organ-Kids“ aufgelegt: Direkt mit dem Orgelspiel beginnen, auch ohne Vorkenntnisse am Klavier. Ich gehörte zu den ersten Besuchern dieses Kurses; vor zwei Jahren gab es ein Zertifikat. Nahtlos bin ich dann in den Kursus zur „D-Prüfung“ gewechselt, und nun, nach weiteren zwei Jahren bin ich der erste, der diesen Kurs absolviert hat.

Dazu kann man wirklich dir und der Lippischen Landeskirche gratulieren, dass sie ein solches Programm zur Nachwuchsförderung aufgelegt hat. Was hat dich besonders motiviert?

Nach Abschluss der „Organ-Kids“ verschaffte mein Lehrer mir die Möglichkeit, mal an einer richtig großen Orgel spielen zu können.

Noch größer als die Oestreichorgel bei uns am Markt?

Viel größer! Meine Eltern nahmen mich mit nach Lübeck in die Kirche St. Jakobi. Sie hat 62 Register und vier Manuale, die Detmolder Erlöserkirche hat nur drei. Dieser Orgel-Ausflug nach Lübeck hat mich richtig beflügelt. Jede Orgel ist ja anders, und es ist nie langweilig, sich mit diesem Instrument zu beschäftigen. Überall lassen sich neue Register entdecken und ausprobieren. Das Schlimmste ist, wenn Orgeln schweigen; ich erinnere mich an einen Konfirmationsgottesdienst – ohne Orgel! Das hat mir richtig weh getan. Auch diese traurige Erfahrung hat mich angetrieben, dieses Instrument spielen zu wollen, damit möglichst viele Hörer sich an dem Klang erfreuen.

WĂĽrdest du auch anderen raten, das Orgelspiel zu lernen?

Auf jeden Fall. Ich genieße die Musik, und wünsche es anderen auch. Die Orgel gibt eine gute Gelegenheit, in den Reichtum der Gottesdienste hinein zu wachsen. Ich habe in Herrn Pöld einen sehr guten Lehrer gefunden, der mir viele Einsichten ermöglicht. Als Orgelspieler begleite ich auch regelmäßig Jugendgottesdienste in Lemgo; außerdem habe ich auch schon in der Detmolder Schlosskapelle gespielt. Musik ist mein zweites Zuhause geworden.

Herzlichen Dank für dieses Interview und die interessanten Einsichten von der Orgelbank. In Zukunft werden wir noch mehr junge Orgelspieler brauchen. Schön, dass Du es soweit gebracht hast. Weiterhin wünsche ich Dir viel Erfolg!

Danke, ich mache gerne weiter.

(Das Interview fĂĽhrte Pastor Burkhard Krebber)

Jonathan war dem Aufruf (unten) gefolgt, hat Unterricht bei Johannes Pöld genommen und viel geübt.

Als Ergebnis hat er am 1.9.2020 die D- Prüfung bestanden und damit einen Befähigungsnachweis erlangt.

Hier ist Jonathan Burg umrahmt von seinem Lehrer, dem Kantor Johannes Pöld (links) und seinem Prüfer aus der Landeskirche Kanor Volker Jänig.

 

Aufruf zur D- oder C- Ausbildung

In vielen Gemeinden herrscht Nachwuchsmangel auf der Orgelbank oder bei den Chören.

Die Absolventen aus dem D- und C- Kurs können den Mangel nicht mehr decken. Umso wichtiger ist es, dass wir weiterhin interessierte Menschen finden, sich ausbilden zu lassen.

Über das Orgelkidsprojekt haben wir schon einige Kinder soweit gebracht, dass sie in den Gemeinden spielen können.

Einige von denen waren und sind schon im D-Kurs, eine sogar im C- Kurs.

Wir suchen also Kinder und Erwachsene, die Vorkenntnisse auf dem Klavier haben und vielleicht sich auf den Weg machen fĂĽr ihre Gemeinde.

Anmeldung und weitere Auskünfte hat Landeskantor Volker Jänig unter Tel. 05261/5543,
volker.jaenig@lippische-landeskirche.de.