EindrĂŒcke vom Kirchentag

Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag ist zu Ende. Aus unserer Gemeinde haben sehr verschiedene Leute
auf sehr unterschiedliche Weise teilgenommen. Das Angebot vom Kirchentag, fĂŒr wenig Geld ein Tagesticket zu
nutzen, war natĂŒrlich verlockend und wurde auch von 30 Personen aus Detmold-Ost und vom CVJM in Anspruch
genommen. Hier ein kleiner Ausschnitt von den Dortmunder EindrĂŒcken. Original-Zitate aus unserer Gemeinde
von Menschen, die dabei gewesen sind:
‱ Es war ein schöner Tag mit vielen entspannten und freundlichen Menschen.
‱ Die VortrĂ€ge von Dr. Eckhard von Hirschhausen, von unserer Bundeskanzlerin, von der ExprĂ€sidentin von
Liberia, von Frau KĂ€ssmann haben zu dem besonderem Charakter beigetragen.
‱ Beeindruckend war das Musical von Siegfried Fietz ĂŒber das Leben von Martin Niemoeller, empfehlenswert!
‱ Die vielen Musikveranstaltungen, Mitmachaktionen, die Gemeinsamkeit von jung und alt, die Vielfalt –
das alles hat uns fasziniert.
‱ Angenehme Temperatur am Donnerstag: Keine Hektik, kein GedrĂ€ngel, trotz zum Teil schnell gefĂŒllter
SÀle mit interessanten VortrÀgen und Diskussionen.
‱ Eine FĂŒlle von EindrĂŒcken: Von der frĂŒhen Andacht zur Einstimmung bis zur nachhaltigen Begegnung mit
der indischen Malerin Lucy D‘Souza-Krone, die uns wunderschöne „Bilder fĂŒrs Klima“ aus biblischer Sicht
zeigen konnte.
‱ Der neue Themenschwerpunkt „Kirche und Sport“ hat sicher die Kraft, demnĂ€chst wieder mehr junge Leute
zum Kirchentag zu locken.
‱ Sehr vielfĂ€ltige StĂ€nde mit unterschiedlichen Angeboten als Ausdruck des großen Engagements und
Ehrenamtes so vieler Christen.

Das war neu: Kirche und Sport!

Schon immer ist der Kirchentag dafĂŒr bekannt gewesen, dass er sich einmischt in Gesellschaft und Politik.
Kirche in der Arbeitswelt ist ein Dauerbrenner, so wie jetzt „Kirche und Digitalisierung“ dazu kam.
„Die Kirche und der Frieden“ wird seit jeher verhandelt, wie auch das Dasein der Kirche in der Bundeswehr im Blick ist. Die Umweltthematik ist erst durch Kirchentage problematisiert worden; darum war jetzt auch der Klimawandel
selbstverstÀndlich ein hoch aktueller Bereich.
Leicht ließen sich mehr Beispiele anfĂŒgen.
Aber „Kirche und Sport“, das war bislang eine Fehlanzeige. Und man fragt sich: Wie konnte das Thema so lange
so unbeachtet bleiben?
Wenn man es bedenkt: Der Sport in all seinen Facetten spielt eine riesengroße Rolle. Nicht nur im Spitzensport,
sondern gerade im Breitensport ist das leicht zu erkennen: Jungen und MĂ€dchen werden frĂŒh in Sportvereinen angemeldet. Ehrgeizig verfolgen Jugendliche ihre Ziele. Mannschaften werden aufgestellt, EinzelkĂ€mpfer suchen in
allen Disziplinen nach ihrer ganz persönlichen Optimierung. Warum sollte die Kirche da abseits stehen?
Über das persönliche Sporterleben hinaus gibt es den Riesenbereich des Marketings beim Umsatz. Wo wird so
viel Geld verdient wie beim Verkauf von Sportbekleidung und SportgerÀten? Fragen der Verantwortung brechen
ĂŒberall auf.
Dann der Profi-Sport: Die Ausbildung der jungen Leute und die Betreuung durch Manager und Mediziner. Soll die
Kirche dazu gar nichts sagen dĂŒrfen? Sport ist in den Medien omniprĂ€sent. Die Identifikation mit den Idolen ist
nach wie vor en vogue. Die Sportkultur treibt BlĂŒten: Stadien werden zu Tempeln; Austragungen geschehen
nach liturgischen Regeln; Fan-GesĂ€nge fĂŒllen nicht nur die Arenen, sondern auch den öffentlichen Raum auf
Straßen und Bahnhöfen. Idole werden bejubelt; Spitzensporter werden „vergöttert“. Das alles ist Grund genug
fĂŒr Kirche, sich dem PhĂ€nomen zu widmen. Zu den Sternstunden gesellen sich die Schattenseiten, die erst
recht Kirche auf den Plan rufen mĂŒssten: Wie ist es mit den enttĂ€uschten Hoffnungen „auf Platz zwei“? Wie
kann man AbstĂŒrze ertragen, sei es bei SportunfĂ€llen, oder bei einfacher Alterung? Wer fragt nach bei Missbrauch
in all seiner Vielfalt?
Seltsam, dass die Kirche nicht eher darauf gekommen ist. Ich wĂŒnsche mir, dass die Erfahrungen dieses Kirchentages dazu fĂŒhren, dass demnĂ€chst „Kirche und Sport“ seinen festen Platz im Programm behĂ€lt. Ein weites Gebiet fĂ€chert sich vor den Verantwortlichen auf.